Anne Victoria Pfänder, Leitung des Konzepts Demenzsensibles Krankenhaus und des Delir-Teams.
Ein Delir ist ein akuter, vorübergehender Verwirrtheitszustand, der besonders bei älteren Menschen und häufig im Rahmen eines längeren Krankenhausaufenthaltes auftritt - allerdings auch jüngere Patienten betreffen kann. Er tritt plötzlich auf und zeigt sich durch Desorientierung, Verwirrtheit und veränderte Wahrnehmung. Wichtig zu wissen: Ein Delir ist keine Demenz. Ein Delir vergeht in der Regel, während eine Demenz nicht reversibel ist. Menschen mit einer bestehenden Demenz gehören allerdings zur Risikogruppe für die Entwicklung eines Delirs. Denn vor allem für Menschen mit Demenz, die in neuen Situation sehr verletzbar sind, ist ein Krankenhausaufenthalt sehr herausfordernd. Deshalb ist es während einer stationären Behandlung erforderlich, diesen Menschen eine besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung zukommen zu lassen. Ein Delir ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige Behandlung. Wird ein Delir nicht rechtzeitig oder zu spät erkannt, kann es schwerwiegende gesundheitliche Folgen, wie z.B. eine Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit, bleibende geistige Einschränkungen oder ein erhöhtes Risiko für Pflegebedürftigkeit und Sterblichkeit nach sich ziehen. Die Krankenhäuser Buchholz und Winsen sind als Demenzsensible Krankenhäuser umfassend darauf eingestellt, ältere Menschen, auch demenzkranke Patienten, optimal zu versorgen und Delirzustände frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Anlässlich des Welt-Delir-Tages (World Delirium Awareness Day) am 11. März ist das Delir-Team mit Info-Ständen in beiden Krankenhäusern vertreten. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, vorbeizukommen und in den persönlichen Austausch mit dem Delir-Team zu gehen. Ob zu Ursachen, Risikofaktoren oder Delir-Prophylaxen – das interdisziplinäre Team in beiden Krankenhäusern informiert umfassend über das Thema Delir, das Konzept „Demenzsensibles Krankenhaus“ und die Arbeit des Delir-Teams im Krankenhausalltag.
Interdisziplinäre Arbeit als Delir-Prävention
Das Delir-Team der Krankenhäuser Buchholz und Winsen ist ein spezialisierter Konsiliardienst, der sich der Begleitung und Betreuung von Patienten widmet, die ein erhöhtes Risiko für ein Delir haben oder bereits davon betroffen sind. Das interdisziplinäre Delir-Team arbeitet eng mit den behandelnden Stationen zusammen, um eine effektive Diagnostik, Therapie und Prävention sicherzustellen. „Unser Ziel ist es, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und durch die Betreuung unseres Experten-Teams und unserer geschulten, ehrenamtlichen Betreuerinnen Verwirrtheitszustände vorzubeugen, zu mildern oder im Verlauf abzukürzen“, erklärt Anne Victoria Pfänder, Leitung des Konzepts Demenzsensibles Krankenhaus und des Delir-Teams.
